Ich möchte nun doch noch mal die Frage zu den Inhalten der Blogs aufwerfen. Folgende Schubladen kann man finden:
- Blogs, auf denen aus Mangel an Zeit oder Interesse nur die Fragen aus dem Vorbereitungsblatt kopiert werden und dann kurz und knapp mit Ja / Nein ohne Begründung beantwortet werden.
- Blogs, auf denen hauptsächlich Inhalt der Folien reproduziert wird.
- Blogs, auf denen die eigenen Erfahrungen, Schwierigkeiten und Lerneffekte dargestellt werden oder neue Entdeckungen festgestellt werden, die aber durch eine gewisse Redundanz aufgrund der ähnlichen Themen, doch ein bisschen an Individualität und Aussagekraft verlieren
Die Redundanz entsteht, da wir zur gleichen Zeit häufig mit dem gleichen Thema beschäftigt sind. Jeder arbeitet für sich parallel am gleichen Thema. Das ist z.B. in Mathe für kurzzeitig eine gute Idee. Für IK finde ich es einfach nur etwas schade, dass wir hier einige Zeit investieren, nur um Redundanz zu schaffen. Mal grob dahergesagt, könnte man ja sich das Leben erleichten, indem man nur aus anderen Blogs zitiert.
Ein Zeichen für die Redundanz ist auch, dass ich mir insgesamt von den anderen Blogs nur etwa drei wirklich merken kann, also aktiv unterscheiden (das hat gar nichts mit der Optik zu tun, sondern nur mit dem Inhalt, der sich so ähnelt).
Klar, dass durchaus Unterschiede da sind. Ein Beispiel dafür waren die Blog-Einträge für das Suchmaschine-Spielen (danke an tointum für diesen genialen Titel) für Herrn Perez, wo mir dann bewusst wurde, wie chaotisch mein Vorgehen im Gegensatz zu etwas strukturierteren Ansätzen war.
Insgesamt ist der Nutzen für Kommunikation zwischen Vorlesenden und Studenten aber wohl höher als der Nutzen von Student zu Student.
Mein Verbesserungsvorschlag wäre, das nächste Male eine zentrale Plattform zu wählen, in dem die zu beantworteten Fragen als Artikel eingestellt werden und jeder einfach seinen Kommentar darunterschreibt. Etwas Würze könnten dann auch Aufgaben geben, die den Austausch zwischen den Studenten anregen. Zusätzlich müssten noch Anreize geschaffen werden, seine Tricks und Tipps zu teilen. Letztendlich läuft dies aber wohl auf ein Benotungsmodell heraus, da man als Bachelor-Student heutzutage auf seine Credits schaut, und seine investierte Zeit demnach verteilt.
Ein Beispiel für eine Idee: die Suche nach der Zeitschrift (Stichwort “Perez”) als Wettbewerb ausschreiben, wer die wenigsten Seitenaufrufe benötigt und am schnellsten hingelangt. Da könnte jeder sicher von anderen Studenten lernt, wie man effizienter sucht.
Mögen diejenigen, die sich jetzt auf die Füße getreten fühlen, mir verzeihen.
Jo Julius :)
Ich geb dir da schon recht allerdings versuch ich mir beim Schreiben meiner Blogeinträge vorzustellen, wie jemand der das bewerten muss denn vorgehen könnte. In der Lehrveranstaltungsbeschreibung steht copy&paste:
Als Dokumentation Ihrer Lernfortschritte reflektieren Sie die
Lernziele in einem Weblog und legen spätestens am Tag vor
dem Praktikum (also am Montag) einen kurzen eTest auf der
eLearning-Plattform der TUM ab. Diese Phase des Lernprozesses
bestreiten Sie individuell. Es geht um Ihre persönlichen
Fortschritte.
Und unter Dokumentation der Lernfortschritte und Lernziele versteh ich hauptsächlich das reflektieren über das Gelesene/Gelernte und vielleicht das verknüpfen mit eigenen Erfahrungen (weshalb ich auch immer den Inhalt mehr oder weniger aller Folien akribisch aufliste^^). Außerdem wird mit zunehmender Individualisierung der Aufgaben, dass korrigieren und Bewerten immer zeitaufwändiger, könnte mir das höchsten für eine Veranstaltung im Seminarstil vorstellen, bei der zu Beginn Aufträge vergeben werden, die dann im Laufe des Semesters behandelt werden müssen (das sollte dann allerdings auch mehr ECTS geben und wird wahrscheinlich auch über ein Thema gehen, dass mehr hergibt…). Das is ungefähr so, wie wenn eine Lehrveranstaltung von jedem Teilnehmer fordert sich über ein bestimmtes Thema auszulassen, das hat durchaus Vor- und Nachteile. Wenn jemand in seinem Blog die Folien bzw die Übung nochmal durchkaut ohne irgendwas eigenes dazuzuschreiben, dann hat er zumindest einen gewissen Lernfortschritt nachgewiesen, indem er es nochmal ausformuliert und damit ein bissl drüber nachgedacht hat.
Danke übrigens für die Feed Liste ;-) funktioniert sehr gut.
— tumtumtum · Jun 22, 11:46 AM · #
@ Julius Adorf und tumtumtum
Ich bin einfach nur begeistert! Dass Sie so weit wie in diesem Beitrag / Kommentar gekommen sind, entspricht eigentlich schon den kühnsten Träumen, die wir bei der Konzeption der Lehr-/Lernmethode hatten.
Wir (Frau Geisberg und ich) werden Ihre Vorschläge auf jeden Fall diskutieren, v.a. wenn es um die Umsetzung des Konzepts für über 100 Studenten geht.
Man muss natürlich die unterschiedliche Wirkung eines Gemeinschaftsblog (in denen sich Einzelne leichter wegducken können) im Vergleich zu persönlichen Blogs berücksichtigen.
Die Auswahl/Zuteilung eines indivuduellen Recherchethemas zum Beginn der Lehrveranstaltung ist sicher eine vielversprechende Option.
Dass Ihnen natürlich im Studium immer die Effizienz im Nacken sitzt, so wie uns die Notwenigikeit einer Notenvergabe :-), macht die Sache nicht leichter.
— Schlindwein, Birgid · Jun 23, 02:25 AM · #
Hey, vielen Dank für Eure Rückmeldungen!
An tumtumtum:
Ich stimme dir zu, dass das Wiedergeben eine bewährte Methode ist, das gelernte Wissen zu festigen und zu strukturieren. Das gilt für einige Mitstudenten, die ich kenne, und auch für mich.
Wobei ich eher eine längere chaotische Phasen bevorzuge, in der ich viel Information aufnehme, die ich dann relativ spät mit eigenen Worten strukturiere. Sowohl die Wortwahl, als auch der “Chaos-Faktor” sind aber definitiv einfach nur Typsache.
Mich hat es bloß etwas gewundert, dass diese Zusammenfassungen auf den Blogs landen, sehe nun aber, dass dies Teil der Aufgabe war. Ich verstehe nun den Sinn einer relativ skriptnahen Zusammenfassung für den Autor. Was mir jedoch unklar bleibt, wie das in die Bewertung einfließen kann.
Und Fr. Schlindwein, Sie haben das richtig verstanden, dass dies lediglich Vorschläge sind, und es nicht so einfach ist, diese gegeneinander abzuwägen.
Vielleicht genügt es ja, ab und zu so kleine Aufgaben einzustreuen, die individuell bearbeitet werden. Klein deshalb, wie tumtumtum bemerkte, wegen dem kleineren Stoffumfang im Vergleich zu anderen Vorlesungen oder Seminaren.
Ich hoffe, dass mir demnächst dazu das ein oder andere weitere Beispiel in den Sinn kommt, und werde mich dann zurückmelden.
So long.
Julius
— Julius · Jun 23, 08:01 AM · #